Hilfreiche Artikel und Themen


Nein sagen lernen

Thema: Nein sagen lernen.

 

Immer wieder erlebe ich es in meinen Beratungen, dass Klienten nicht NEIN sagen können. Denn, sie denken zuerst mal an die Anderen und wollen es allen Recht machen. Dabei vergessen sie vor allem eine Person: Sich selbst!

 

Ich selbst kenne diese Zeit auch, als ich noch in der Industrie in der Anstellung war. Ich habe viele Aufgaben angenommen, auch zuviel Verantwortung für andere übernommen. Ich habe oft nicht NEIN gesagt und brachte mich dadurch selbst in die Überforderung. Kommt Dir das bekannt vor ?

Um anderen Menschen zu gefallen, um gemocht zu werden und andere nicht zu verletzen, fällt es uns viel leichter JA zu sagen. Auch bei Dingen, die uns selbst gar nicht glücklich machen. Das alles hat was mit unserem Lebensstil zu tun.

 

z. B. "Nur wenn ich ja sage, dann habe ich Harmonie", oder "Wenn ich ja sage, dann mag mich der Andere".


Dies ist leider ein Irrtum. Wir gehen so Konflikten aus dem Weg und andere Menschen sehen uns als hilfsbereit.

 

Was wir aber verlieren ist unsere Selbstliebe und Selbstachtung. Und das hat nichts mit Egoismus zu tun. Es geht darum sich selbst in seinen Bedürfnissen wahr und ernst zu nehmen und sich selbst zu achten.

 

Und dazu gehört es auch mal NEIN zu sagen.

Es kann passieren, dass es dadurch zu einem Konflikt mit anderen kommt. Jedoch wirst Du mit der Zeit merken, dass es andere Menschen wertschätzen. Sie sehen dann eine Person mit Haltung und eigenen Vorstellungen vom Leben.

 

In der Individualpsychologie ist das die "Lebensstilkorrektur".

Die Menschen, die Dich lieben und denen Du wichtig bist, werden Dein NEIN akzeptieren. Denn es kommt nicht aus mangelnder Hilfstbereitschaft, sondern, dass Du jetzt auf Deine Bedürfnisse achtest.

Wenn Du es noch nicht schaffst NEIN zu sagen, buche einen Termin zum Erstgespräch. Wir helfen und unterstützen Dich!

Herzlichst

Sabine und Frank Reichelt

Zielerreichung durch das Prinzip der selektiven Wahrnehmung

Zielerreichung durch das Prinzip der Selektiven Wahrnehmung.

Wie können wir die Arbeitsweise unseres Gehirns gezielt für die Erreichung unserer Ziele einsetzen? Um diesen Zusammenhang zu verstehen, nehmen ich Sie zunächst einmal mit in eine kleine Reise in das menschliche Gehirn.


In unserem peripheren Nervensystem befinden sich fünfzehn Milliarden Nervenzellen, die untereinander noch einmal zu etwa zehnmal so vielen Querverbindungen verfasert sind. Diese Verbindungen nennen sich „Synapsen“ und entsprechen kleinen Schaltern, die erst auf bestimmte Signale einen Kontakt herstellen oder unterbrechen. Dieser Mechanismus bildet die Grundlage für unsere Fähigkeit, zu denken. Denn wären unsere Nervenzellen dauerhaft miteinander verfasern, so hätten wir nicht die Fähigkeit, gezielt zu denken und zu handeln. Wir würden gleichzeitig sämtliche Erinnerungen unseres Lebens gegenwärtig haben, was einem Zusammenbruch jeglicher zielgerichteten Handlungsfähigkeit zur Folge hätte.

An dieser Stelle ist es wichtig zu wissen, dass wir durch wenige feste Gedankenverbindungen immer nur ganz bestimmte Erinnerungen abrufen. Unser Gehirn speichert die Reize, mit denen es täglich konfrontiert wird, demnach in bestimmten Mustern ab. Wir wissen aus unserer Erfahrung, dass eine bestimmte Handlung in der Regel eine Konsequenz auslöst, ohne großartig darüber nachdenken zu müssen. Unsere Erfahrungen sind also nichts anderes als Muster bzw. feste Synapsenverbindungen, die aufgrund bestimmter Signale in unsere Erinnerung gerufen werden.

Ein Teil dieser Neuronenverknüpfungen haben ihren Ursprung in vorgeburtlichen und frühkindlichen Erfahrungen, der andere Teil wird in den kommenden Monaten vollendet. Lange Zeit ging man davon aus, dass die Grundstrukturen unserer Wahrnehmungsmuster im Laufe des Lebens nicht mehr veränderbar seien. Doch in den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts stellten Neurowissenschaftler fest, dass das ausgewachsene Gehirn sehr wohl in der Lage ist, neue Querverbindungen zu schaffen – es ist also möglich, eingeübte Verhaltens- und Wahrnehmungsmuster zu verändern und dauerhaft Neue zu schaffen.

Was bedeutet das für das Prinzip der „selektiven Wahrnehmung“ in Kombination mit der Erreichung unserer Ziele?

Die täglichen Reize werden in festen Schaltkreisen gemäß unserer Wahrnehmung „sortiert“. Diese Muster werden durch unsere Erfahrungen, Wünsche und Ziele individuell geprägt: Jeder Mensch nimmt seine Umgebung demnach anders wahr. Wenn Sie sich beispielsweise einen neuen Golf kaufen möchten, nehmen Sie naturgemäß überall auf der Straße nur noch Golfs wahr. Dieses Prinzip nennt sich „selektive Wahrnehmung“ und kann bewusst eingesetzt werden, um beispielsweise seine Ziele zu fokussieren und zu erreichen. Formulieren Sie beispielsweise Ihre Wünsche und Ziele klar und prägnant, so können Sie Ihr Bewusstsein gezielt danach ausrichten. Sie werden sämtliche Komponenten wahrnehmen, die Sie der Erreichung Ihres Ziels näher bringen. Anhand unseres Beispiels mit dem Autokauf würden Ihnen automatisch Artikel, Autohändler, Anzeigen oder Nachrichten über Ihre gewünschte Automarke auffallen.

Wie können Sie diesen Mechanismus nun auf Ihre Zielformulierung übertragen?


Ganz einfach: Setzen wir uns in unserem Leben Ziele, so richten wir automatisch unsere Wahrnehmung danach aus und filtern die Reize aus der Umgebung gemäß unseren eigenen Zielen und Bedürfnissen. Wünschen wir uns beispielsweise eine neue Arbeitsstelle, so wird uns scheinbar zufällig die Zeitungsseite mit den Stellenanzeigen in die Hände fallen. Zusätzlich bilden sich allein durch unsere Gedanken in unserem Gehirn neue Verknüpfungen, an welchen sich die Verhaltensweisen und Denkprozesse ausrichten. Unser Verhalten orientiert sich demnach automatisch an den gesetzten Zielen – in der Praxis lesen wir unbewusst öfter die Zeitung, um nach Stellenanzeigen zu suchen, oder wir treten aktiver mit Menschen in Kontakt, die uns hinsichtlich unserer Zielerreichung näher bringen. Das alles geschieht unbewusst –setzen wir jedoch diesen Mechanismus richtig ein, so sind wir in der Lage, unser Leben aktiv selbst zu steuern.

Doch auch bei der Zielformulierung gibt es einige Dinge, die Sie beachten sollten.

Grundsätzlich gilt, dass Ziele…

….für Sie persönlich anspruchsvoll, aber erreichbar sein sollten
…spezifisch und messbar, sowie mit einer Frist versehen sein
….und schriftlich festgehalten werden und ggf. zu korrigieren sein sollten.

Beachten Sie bitte: Unser Unterbewusstsein versteht keine Verneinungen! Formulieren Sie Ihr Ziel also positiv (Beispiel: Möchten Sie nicht an Höhenangst denken – an was denken Sie? Genau, an Höhenangst. Formulieren Sie statt dessen „Ich bin ruhig und gelassen, wenn ich diese steile Treppe besteige.“)

Zusammenfassend:
1. Keine Verneinungen
2. In der Gegenwart formulieren
3. So aufschreiben, als hätten Sie Ihr Ziel bereits erreicht
4. Positiv ausdrücken
5. Sie sollten Ihr Ziel aus eigener Kraft erreichen können

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Ziele müssen SMART sein

Ziele müssen Smart sein?

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Vertrauen Sie Ihren eigenen Fähigkeiten?

Jeder Mensch hat eine sogenannte „Komfortzone". Dies ist unser gesicherter Bereich, hier kennen wir uns aus und fühlen uns wohl. Werden wir hier mit Aufgaben konfrontiert, so nehmen wir diese als lösbar wahr. Begegnen uns allerdings Aufgabenstellungen außerhalb unserer Komfortzone, also unseres persönlichen Kompetenzbereichs, betrachten wir dies als Herausforderung. Wie wir mit diesen umgehen, hängt essentiell von unserem Vertrauen in uns selbst sowie unseren Gewohnheiten ab – denn auch der Umgang mit Herausforderungen kann mit relativ einfachen Mitteln erlernt werden.

Kurze Übung:

Machen Sie an dieser Stelle einmal eine Art Bestandsaufnahme: Wie würden Sie aktuell Ihre spontane Reaktion auf anstehende Herausforderungen beschreiben? Kommen Ihnen Gedanken wie „Das schaffe ich nie!" oder „Das kann ich nicht!" bekannt vor? Begegnen Sie im ersten Moment unlösbaren Aufgaben entspannt und mit einem Grundvertrauen oder bringen Sie derartige Momente aus der Fassung?

Herausforderungen, die mit denen ich in der letzten Zeit konfrontiert wurde: _________________________

Gefühle, die ich damit verbinde: _______________________________________________________________________________

Meine ersten Gedanken, wenn ich Herausforderungen gegenüberstehe: _______________________________

Durch diese kurze Selbstreflexion können Sie sehen, wie stark Ihr Vertrauen in sich selbst ausgeprägt ist und ob hier noch Handlungsbedarf besteht. Falls Sie sich an dieser Stelle noch weiterentwickeln möchten, ist es zunächst einmal beruhigend zu wissen, dass selbst Erfolgsmenschen mit einem sehr tiefen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten manchmal an die Grenzen ihrer eigenen Kompetenz kommen. Der grundlegende Unterschied ist lediglich ihr Umgang mit derartigen Situationen:

Erfolgsmenschen sind klare „Ich-kann"-Menschen. Sie wissen im ersten Moment oft ebenfalls nicht wie sie ein Problem lösen werden - doch sie wissen, dass sie es können: „Ich weiß noch nicht wie, doch ich werde es schaffen!" ist die grundlegende Überzeugung dieser Personengruppe.

Erfolgsmenschen sind auch oft nicht klüger und kompetenter als andere Menschen, sondern werden lediglich von einem tiefen Vertrauen in sich selbst geleitet. Sie wissen, was sie können und setzen diese Fähigkeiten gezielt zur Problemlösung ein, statt sich auf ihre Schwächen zu konzentrieren.

Der Aufbau eines gesunden Selbstvertrauens ist also eng mit unserer Potenzialerkennung verknüpft. Doch wie können wir unsere Talente erkennen und somit Vertrauen ins uns selbst und unsere Fähigkeiten aufbauen?

Kurze Übung:

Was können Sie Ihrer Meinung nach besonders gut? Wichtig: Beachten Sie jedes Talent und jede Stärke, auch wenn es Ihnen noch so nichtig erscheint. Mit gezieltem Kompetenzerwerb können Sie jedes Ihrer Talente zu einer Stärke ausbauen!

Diese Tätigkeiten bereiten mir große Freude: _______________________________________________________________

Bei folgenden Aufgaben/Beschäftigungen vergesse ich die Zeit: _________________________________________

Diese Tätigkeiten brachten mir die größten Erfolge: ______________________________________________________

Betrachten Sie Ihre Auflistungen nun genau – hinter Ihrem Hobby zum Kreuzworträtseln kann sich ein Talent zum strategischen Denken verbergen, hinter der Begeisterung zum Basteln ein hohes Maß an Gestaltungsmotivation. Kennen Sie nun Ihre Talente genau, so wissen Sie, wie Sie diese bewusst einsetzen können, um anstehende Herausforderungen selbstbewusst anzugehen.

Meine möglichen Talente hinter diesen Tätigkeiten: ___________________________________

 


 
 

 

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Warum die Zeit mit den Jahren schneller vergeht!

Jeder kennt das Gefühl: Die ersten Jahre unseres Lebens bis etwas zu unserem 18. Geburtstag kommen uns vor wie eine Ewigkeit, während die Zeit im Erwachsenenalter förmlich an uns „vorbei rast“. Woran liegt das und gibt es eine Möglichkeit, die Zeit wieder bewusster zu erleben?

Der Grund für dieses Phänomen liegt in unserer Wahrnehmung bzw. im Schubladen- und Musterdenken unseres Gehirns. Im Kindesalter nehmen wir unsere Umgebung viel intensiver und facettenreicher wahr, da alle Sinneseindrücke für uns neu sind und wir unsere Umgebung erst „erlernen“ müssen.

 

Fällt ein Kind beispielsweise das erste Mal in seinem Leben von einer Treppe, so wird es erschrecken und schließlich staunen – es wusste vorher nicht, dass ein falscher Schritt derartige Konsequenzen haben würde.

 

Besteigt das Kind das nächste Mal eine Treppe, so wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr vorsichtig sein; es geht die Stufen bewusst und konzentriert hoch. Irgendwann geschieht dieser Vorgang automatisiert und unbewusst – der Lernvorgang „Treppensteigen“ ist somit erfolgreich abgeschlossen.

 

Das Gehirn hat diesen Vorgang in Form eines festen Musters abgespeichert und nur durch diesen Mechanismus ist es uns überhaupt möglich, verschiedene Tätigkeiten „ohne nachzudenken“ auszuführen. Würden wir auf jeden Vorgang weiterhin unsere volle Konzentration richten müssen, wären wir täglich mit viel zu vielen Eindrücken konfrontiert und könnten nur einen Bruchteil unserer Tätigkeiten ausführen. Dieses sogenannte Musterdenken ist demzufolge ein komplexer und auch lebensnotwendiger Mechanismus unseres Gehirns und zunächst einmal ausschließlich positiv zu sehen.

 

Nun speichert unser Gehirn jedoch nicht nur Handlungsfolgen in Mustern ab, sondern jede Art von Sinnesreizen. Dies bildet die Voraussetzung für unsere Fähigkeit, gezielt zu denken und zu handeln – denn würden wir täglich und ohne zu filtern sämtliche Reize in uns aufnehmen, würde unser Bewusstsein durch die daraus folgende Reizüberflutung einem ständigen „Rauschen“ gleichen. Die täglichen Eindrücke werden demzufolge zwar durchaus wahrgenommen, aber je nach Häufigkeit bestimmten bekannten Mustern zugeordnet und nur im Unterbewusstsein aufgenommen.

 

Hier liegt die Erklärung nun fast auf der Hand, warum das Leben mit den Jahren scheinbar immer schneller „an uns vorbei zieht“: Im Kindesalter mussten alle Handlungsfolgen neu erlernt werden und demzufolge nimmt ein Kind viel mehr Reize bewusst wahr. Im Erwachsenenalter haben wir gelernt zu filtern und nehmen demzufolge weniger Eindrücke in uns auf – auf der anderen Seite erweitert sich jedoch unser Erfahrungsschatz. Da uns mit den Jahren nun viele Situationen bekannt erscheinen und wir sie automatisiert erleben, werden sie uns auch nicht mehr bewusst – die Zeit scheint schneller zu vergehen. Das ist auch der Grund, warum wir z.B. eine Woche Urlaub in einem fremden Land als viel länger erleben wie dieselbe Zeitspanne zu Hause.

 


Warum haben wir also das Gefühl, dass die Jahre an uns vorbeiziehen?

 


Wir haben verlernt, zu staunen. Auch die kleinen Dinge bewusst wahrzunehmen. Erleben wir jeden Tag die gleichen Abläufe, ruft unser Gehirn die bereits erlernten Muster ab und wir schalten auf „Autopilot“. Doch wir können lernen, unser Gehirn „auszutricksen“, indem wir unseren Alltag ganz bewusst mit neuen Erfahrungen anreichern.

 


Um sich selbst und Ihr Leben im ersten Schritt wieder bewusster zu werden, hilft eine kleine Übung: Versetzen Sie sich gedanklich auf einen Berg und beobachten Sie sich einmal mit etwas Abstand von oben: Was tun Sie? Wo leben Sie? In welchem Umfeld bewegen Sie sich?


Mit etwas innerem Abstand können Sie auch leicht erkennen, welche neuen Aktivitäten Sie in Ihr Leben einbringen können. Das muss nichts Großes sein – vielleicht beim Spazierengehen einen neuen Weg wählen und ihn bewusst wahrnehmen oder ab und zu im Theater ein neues Stück wählen. Tun Sie einfach Dinge, die Sie sonst nicht tun – das ist der erste Schritt zu einer bewussteren Lebensgestaltung.

Nein sagen lernen

Thema: Nein sagen lernen.

 

Immer wieder erlebe ich es in meinen Beratungen, dass Klienten nicht NEIN sagen können. Denn, sie denken zuerst mal an die Anderen und wollen es allen Recht machen. Dabei vergessen sie vor allem eine Person: Sich selbst!

 

Ich selbst kenne diese Zeit auch, als ich noch in der Industrie in der Anstellung war. Ich habe viele Aufgaben angenommen, auch zuviel Verantwortung für andere übernommen. Ich habe oft nicht NEIN gesagt und brachte mich dadurch selbst in die Überforderung. Kommt Dir das bekannt vor ?

Um anderen Menschen zu gefallen, um gemocht zu werden und andere nicht zu verletzen, fällt es uns viel leichter JA zu sagen. Auch bei Dingen, die uns selbst gar nicht glücklich machen. Das alles hat was mit unserem Lebensstil zu tun.

 

z. B. "Nur wenn ich ja sage, dann habe ich Harmonie", oder "Wenn ich ja sage, dann mag mich der Andere".


Dies ist leider ein Irrtum. Wir gehen so Konflikten aus dem Weg und andere Menschen sehen uns als hilfsbereit.

 

Was wir aber verlieren ist unsere Selbstliebe und Selbstachtung. Und das hat nichts mit Egoismus zu tun. Es geht darum sich selbst in seinen Bedürfnissen wahr und ernst zu nehmen und sich selbst zu achten.

 

Und dazu gehört es auch mal NEIN zu sagen.

Es kann passieren, dass es dadurch zu einem Konflikt mit anderen kommt. Jedoch wirst Du mit der Zeit merken, dass es andere Menschen wertschätzen. Sie sehen dann eine Person mit Haltung und eigenen Vorstellungen vom Leben.

 

In der Individualpsychologie ist das die "Lebensstilkorrektur".

Die Menschen, die Dich lieben und denen Du wichtig bist, werden Dein NEIN akzeptieren. Denn es kommt nicht aus mangelnder Hilfstbereitschaft, sondern, dass Du jetzt auf Deine Bedürfnisse achtest.

Wenn Du es noch nicht schaffst NEIN zu sagen, buche einen Termin zum Erstgespräch. Wir helfen und unterstützen Dich!

Herzlichst

Sabine und Frank Reichelt

Zielerreichung durch das Prinzip der selektiven Wahrnehmung

Zielerreichung durch das Prinzip der Selektiven Wahrnehmung.

Wie können wir die Arbeitsweise unseres Gehirns gezielt für die Erreichung unserer Ziele einsetzen? Um diesen Zusammenhang zu verstehen, nehmen ich Sie zunächst einmal mit in eine kleine Reise in das menschliche Gehirn.


In unserem peripheren Nervensystem befinden sich fünfzehn Milliarden Nervenzellen, die untereinander noch einmal zu etwa zehnmal so vielen Querverbindungen verfasert sind. Diese Verbindungen nennen sich „Synapsen“ und entsprechen kleinen Schaltern, die erst auf bestimmte Signale einen Kontakt herstellen oder unterbrechen. Dieser Mechanismus bildet die Grundlage für unsere Fähigkeit, zu denken. Denn wären unsere Nervenzellen dauerhaft miteinander verfasern, so hätten wir nicht die Fähigkeit, gezielt zu denken und zu handeln. Wir würden gleichzeitig sämtliche Erinnerungen unseres Lebens gegenwärtig haben, was einem Zusammenbruch jeglicher zielgerichteten Handlungsfähigkeit zur Folge hätte.

An dieser Stelle ist es wichtig zu wissen, dass wir durch wenige feste Gedankenverbindungen immer nur ganz bestimmte Erinnerungen abrufen. Unser Gehirn speichert die Reize, mit denen es täglich konfrontiert wird, demnach in bestimmten Mustern ab. Wir wissen aus unserer Erfahrung, dass eine bestimmte Handlung in der Regel eine Konsequenz auslöst, ohne großartig darüber nachdenken zu müssen. Unsere Erfahrungen sind also nichts anderes als Muster bzw. feste Synapsenverbindungen, die aufgrund bestimmter Signale in unsere Erinnerung gerufen werden.

Ein Teil dieser Neuronenverknüpfungen haben ihren Ursprung in vorgeburtlichen und frühkindlichen Erfahrungen, der andere Teil wird in den kommenden Monaten vollendet. Lange Zeit ging man davon aus, dass die Grundstrukturen unserer Wahrnehmungsmuster im Laufe des Lebens nicht mehr veränderbar seien. Doch in den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts stellten Neurowissenschaftler fest, dass das ausgewachsene Gehirn sehr wohl in der Lage ist, neue Querverbindungen zu schaffen – es ist also möglich, eingeübte Verhaltens- und Wahrnehmungsmuster zu verändern und dauerhaft Neue zu schaffen.

Was bedeutet das für das Prinzip der „selektiven Wahrnehmung“ in Kombination mit der Erreichung unserer Ziele?

Die täglichen Reize werden in festen Schaltkreisen gemäß unserer Wahrnehmung „sortiert“. Diese Muster werden durch unsere Erfahrungen, Wünsche und Ziele individuell geprägt: Jeder Mensch nimmt seine Umgebung demnach anders wahr. Wenn Sie sich beispielsweise einen neuen Golf kaufen möchten, nehmen Sie naturgemäß überall auf der Straße nur noch Golfs wahr. Dieses Prinzip nennt sich „selektive Wahrnehmung“ und kann bewusst eingesetzt werden, um beispielsweise seine Ziele zu fokussieren und zu erreichen. Formulieren Sie beispielsweise Ihre Wünsche und Ziele klar und prägnant, so können Sie Ihr Bewusstsein gezielt danach ausrichten. Sie werden sämtliche Komponenten wahrnehmen, die Sie der Erreichung Ihres Ziels näher bringen. Anhand unseres Beispiels mit dem Autokauf würden Ihnen automatisch Artikel, Autohändler, Anzeigen oder Nachrichten über Ihre gewünschte Automarke auffallen.

Wie können Sie diesen Mechanismus nun auf Ihre Zielformulierung übertragen?


Ganz einfach: Setzen wir uns in unserem Leben Ziele, so richten wir automatisch unsere Wahrnehmung danach aus und filtern die Reize aus der Umgebung gemäß unseren eigenen Zielen und Bedürfnissen. Wünschen wir uns beispielsweise eine neue Arbeitsstelle, so wird uns scheinbar zufällig die Zeitungsseite mit den Stellenanzeigen in die Hände fallen. Zusätzlich bilden sich allein durch unsere Gedanken in unserem Gehirn neue Verknüpfungen, an welchen sich die Verhaltensweisen und Denkprozesse ausrichten. Unser Verhalten orientiert sich demnach automatisch an den gesetzten Zielen – in der Praxis lesen wir unbewusst öfter die Zeitung, um nach Stellenanzeigen zu suchen, oder wir treten aktiver mit Menschen in Kontakt, die uns hinsichtlich unserer Zielerreichung näher bringen. Das alles geschieht unbewusst –setzen wir jedoch diesen Mechanismus richtig ein, so sind wir in der Lage, unser Leben aktiv selbst zu steuern.

Doch auch bei der Zielformulierung gibt es einige Dinge, die Sie beachten sollten.

Grundsätzlich gilt, dass Ziele…

….für Sie persönlich anspruchsvoll, aber erreichbar sein sollten
…spezifisch und messbar, sowie mit einer Frist versehen sein
….und schriftlich festgehalten werden und ggf. zu korrigieren sein sollten.

Beachten Sie bitte: Unser Unterbewusstsein versteht keine Verneinungen! Formulieren Sie Ihr Ziel also positiv (Beispiel: Möchten Sie nicht an Höhenangst denken – an was denken Sie? Genau, an Höhenangst. Formulieren Sie statt dessen „Ich bin ruhig und gelassen, wenn ich diese steile Treppe besteige.“)

Zusammenfassend:
1. Keine Verneinungen
2. In der Gegenwart formulieren
3. So aufschreiben, als hätten Sie Ihr Ziel bereits erreicht
4. Positiv ausdrücken
5. Sie sollten Ihr Ziel aus eigener Kraft erreichen können

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Ziele müssen SMART sein

Ziele müssen Smart sein?

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Vertrauen Sie Ihren eigenen Fähigkeiten?

Jeder Mensch hat eine sogenannte „Komfortzone". Dies ist unser gesicherter Bereich, hier kennen wir uns aus und fühlen uns wohl. Werden wir hier mit Aufgaben konfrontiert, so nehmen wir diese als lösbar wahr. Begegnen uns allerdings Aufgabenstellungen außerhalb unserer Komfortzone, also unseres persönlichen Kompetenzbereichs, betrachten wir dies als Herausforderung. Wie wir mit diesen umgehen, hängt essentiell von unserem Vertrauen in uns selbst sowie unseren Gewohnheiten ab – denn auch der Umgang mit Herausforderungen kann mit relativ einfachen Mitteln erlernt werden.

Kurze Übung:

Machen Sie an dieser Stelle einmal eine Art Bestandsaufnahme: Wie würden Sie aktuell Ihre spontane Reaktion auf anstehende Herausforderungen beschreiben? Kommen Ihnen Gedanken wie „Das schaffe ich nie!" oder „Das kann ich nicht!" bekannt vor? Begegnen Sie im ersten Moment unlösbaren Aufgaben entspannt und mit einem Grundvertrauen oder bringen Sie derartige Momente aus der Fassung?

Herausforderungen, die mit denen ich in der letzten Zeit konfrontiert wurde: _________________________

Gefühle, die ich damit verbinde: _______________________________________________________________________________

Meine ersten Gedanken, wenn ich Herausforderungen gegenüberstehe: _______________________________

Durch diese kurze Selbstreflexion können Sie sehen, wie stark Ihr Vertrauen in sich selbst ausgeprägt ist und ob hier noch Handlungsbedarf besteht. Falls Sie sich an dieser Stelle noch weiterentwickeln möchten, ist es zunächst einmal beruhigend zu wissen, dass selbst Erfolgsmenschen mit einem sehr tiefen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten manchmal an die Grenzen ihrer eigenen Kompetenz kommen. Der grundlegende Unterschied ist lediglich ihr Umgang mit derartigen Situationen:

Erfolgsmenschen sind klare „Ich-kann"-Menschen. Sie wissen im ersten Moment oft ebenfalls nicht wie sie ein Problem lösen werden - doch sie wissen, dass sie es können: „Ich weiß noch nicht wie, doch ich werde es schaffen!" ist die grundlegende Überzeugung dieser Personengruppe.

Erfolgsmenschen sind auch oft nicht klüger und kompetenter als andere Menschen, sondern werden lediglich von einem tiefen Vertrauen in sich selbst geleitet. Sie wissen, was sie können und setzen diese Fähigkeiten gezielt zur Problemlösung ein, statt sich auf ihre Schwächen zu konzentrieren.

Der Aufbau eines gesunden Selbstvertrauens ist also eng mit unserer Potenzialerkennung verknüpft. Doch wie können wir unsere Talente erkennen und somit Vertrauen ins uns selbst und unsere Fähigkeiten aufbauen?

Kurze Übung:

Was können Sie Ihrer Meinung nach besonders gut? Wichtig: Beachten Sie jedes Talent und jede Stärke, auch wenn es Ihnen noch so nichtig erscheint. Mit gezieltem Kompetenzerwerb können Sie jedes Ihrer Talente zu einer Stärke ausbauen!

Diese Tätigkeiten bereiten mir große Freude: _______________________________________________________________

Bei folgenden Aufgaben/Beschäftigungen vergesse ich die Zeit: _________________________________________

Diese Tätigkeiten brachten mir die größten Erfolge: ______________________________________________________

Betrachten Sie Ihre Auflistungen nun genau – hinter Ihrem Hobby zum Kreuzworträtseln kann sich ein Talent zum strategischen Denken verbergen, hinter der Begeisterung zum Basteln ein hohes Maß an Gestaltungsmotivation. Kennen Sie nun Ihre Talente genau, so wissen Sie, wie Sie diese bewusst einsetzen können, um anstehende Herausforderungen selbstbewusst anzugehen.

Meine möglichen Talente hinter diesen Tätigkeiten: ___________________________________

 


 
 

 

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Warum die Zeit mit den Jahren schneller vergeht!

Jeder kennt das Gefühl: Die ersten Jahre unseres Lebens bis etwas zu unserem 18. Geburtstag kommen uns vor wie eine Ewigkeit, während die Zeit im Erwachsenenalter förmlich an uns „vorbei rast“. Woran liegt das und gibt es eine Möglichkeit, die Zeit wieder bewusster zu erleben?

Der Grund für dieses Phänomen liegt in unserer Wahrnehmung bzw. im Schubladen- und Musterdenken unseres Gehirns. Im Kindesalter nehmen wir unsere Umgebung viel intensiver und facettenreicher wahr, da alle Sinneseindrücke für uns neu sind und wir unsere Umgebung erst „erlernen“ müssen.

 

Fällt ein Kind beispielsweise das erste Mal in seinem Leben von einer Treppe, so wird es erschrecken und schließlich staunen – es wusste vorher nicht, dass ein falscher Schritt derartige Konsequenzen haben würde.

 

Besteigt das Kind das nächste Mal eine Treppe, so wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr vorsichtig sein; es geht die Stufen bewusst und konzentriert hoch. Irgendwann geschieht dieser Vorgang automatisiert und unbewusst – der Lernvorgang „Treppensteigen“ ist somit erfolgreich abgeschlossen.

 

Das Gehirn hat diesen Vorgang in Form eines festen Musters abgespeichert und nur durch diesen Mechanismus ist es uns überhaupt möglich, verschiedene Tätigkeiten „ohne nachzudenken“ auszuführen. Würden wir auf jeden Vorgang weiterhin unsere volle Konzentration richten müssen, wären wir täglich mit viel zu vielen Eindrücken konfrontiert und könnten nur einen Bruchteil unserer Tätigkeiten ausführen. Dieses sogenannte Musterdenken ist demzufolge ein komplexer und auch lebensnotwendiger Mechanismus unseres Gehirns und zunächst einmal ausschließlich positiv zu sehen.

 

Nun speichert unser Gehirn jedoch nicht nur Handlungsfolgen in Mustern ab, sondern jede Art von Sinnesreizen. Dies bildet die Voraussetzung für unsere Fähigkeit, gezielt zu denken und zu handeln – denn würden wir täglich und ohne zu filtern sämtliche Reize in uns aufnehmen, würde unser Bewusstsein durch die daraus folgende Reizüberflutung einem ständigen „Rauschen“ gleichen. Die täglichen Eindrücke werden demzufolge zwar durchaus wahrgenommen, aber je nach Häufigkeit bestimmten bekannten Mustern zugeordnet und nur im Unterbewusstsein aufgenommen.

 

Hier liegt die Erklärung nun fast auf der Hand, warum das Leben mit den Jahren scheinbar immer schneller „an uns vorbei zieht“: Im Kindesalter mussten alle Handlungsfolgen neu erlernt werden und demzufolge nimmt ein Kind viel mehr Reize bewusst wahr. Im Erwachsenenalter haben wir gelernt zu filtern und nehmen demzufolge weniger Eindrücke in uns auf – auf der anderen Seite erweitert sich jedoch unser Erfahrungsschatz. Da uns mit den Jahren nun viele Situationen bekannt erscheinen und wir sie automatisiert erleben, werden sie uns auch nicht mehr bewusst – die Zeit scheint schneller zu vergehen. Das ist auch der Grund, warum wir z.B. eine Woche Urlaub in einem fremden Land als viel länger erleben wie dieselbe Zeitspanne zu Hause.

 


Warum haben wir also das Gefühl, dass die Jahre an uns vorbeiziehen?

 


Wir haben verlernt, zu staunen. Auch die kleinen Dinge bewusst wahrzunehmen. Erleben wir jeden Tag die gleichen Abläufe, ruft unser Gehirn die bereits erlernten Muster ab und wir schalten auf „Autopilot“. Doch wir können lernen, unser Gehirn „auszutricksen“, indem wir unseren Alltag ganz bewusst mit neuen Erfahrungen anreichern.

 


Um sich selbst und Ihr Leben im ersten Schritt wieder bewusster zu werden, hilft eine kleine Übung: Versetzen Sie sich gedanklich auf einen Berg und beobachten Sie sich einmal mit etwas Abstand von oben: Was tun Sie? Wo leben Sie? In welchem Umfeld bewegen Sie sich?


Mit etwas innerem Abstand können Sie auch leicht erkennen, welche neuen Aktivitäten Sie in Ihr Leben einbringen können. Das muss nichts Großes sein – vielleicht beim Spazierengehen einen neuen Weg wählen und ihn bewusst wahrnehmen oder ab und zu im Theater ein neues Stück wählen. Tun Sie einfach Dinge, die Sie sonst nicht tun – das ist der erste Schritt zu einer bewussteren Lebensgestaltung.

Nein sagen lernen

Thema: Nein sagen lernen.

 

Immer wieder erlebe ich es in meinen Beratungen, dass Klienten nicht NEIN sagen können. Denn, sie denken zuerst mal an die Anderen und wollen es allen Recht machen. Dabei vergessen sie vor allem eine Person: Sich selbst!

 

Ich selbst kenne diese Zeit auch, als ich noch in der Industrie in der Anstellung war. Ich habe viele Aufgaben angenommen, auch zuviel Verantwortung für andere übernommen. Ich habe oft nicht NEIN gesagt und brachte mich dadurch selbst in die Überforderung. Kommt Dir das bekannt vor ?

Um anderen Menschen zu gefallen, um gemocht zu werden und andere nicht zu verletzen, fällt es uns viel leichter JA zu sagen. Auch bei Dingen, die uns selbst gar nicht glücklich machen. Das alles hat was mit unserem Lebensstil zu tun.

 

z. B. "Nur wenn ich ja sage, dann habe ich Harmonie", oder "Wenn ich ja sage, dann mag mich der Andere".


Dies ist leider ein Irrtum. Wir gehen so Konflikten aus dem Weg und andere Menschen sehen uns als hilfsbereit.

 

Was wir aber verlieren ist unsere Selbstliebe und Selbstachtung. Und das hat nichts mit Egoismus zu tun. Es geht darum sich selbst in seinen Bedürfnissen wahr und ernst zu nehmen und sich selbst zu achten.

 

Und dazu gehört es auch mal NEIN zu sagen.

Es kann passieren, dass es dadurch zu einem Konflikt mit anderen kommt. Jedoch wirst Du mit der Zeit merken, dass es andere Menschen wertschätzen. Sie sehen dann eine Person mit Haltung und eigenen Vorstellungen vom Leben.

 

In der Individualpsychologie ist das die "Lebensstilkorrektur".

Die Menschen, die Dich lieben und denen Du wichtig bist, werden Dein NEIN akzeptieren. Denn es kommt nicht aus mangelnder Hilfstbereitschaft, sondern, dass Du jetzt auf Deine Bedürfnisse achtest.

Wenn Du es noch nicht schaffst NEIN zu sagen, buche einen Termin zum Erstgespräch. Wir helfen und unterstützen Dich!

Herzlichst

Sabine und Frank Reichelt

Zielerreichung durch das Prinzip der selektiven Wahrnehmung

Zielerreichung durch das Prinzip der Selektiven Wahrnehmung.

Wie können wir die Arbeitsweise unseres Gehirns gezielt für die Erreichung unserer Ziele einsetzen? Um diesen Zusammenhang zu verstehen, nehmen ich Sie zunächst einmal mit in eine kleine Reise in das menschliche Gehirn.


In unserem peripheren Nervensystem befinden sich fünfzehn Milliarden Nervenzellen, die untereinander noch einmal zu etwa zehnmal so vielen Querverbindungen verfasert sind. Diese Verbindungen nennen sich „Synapsen“ und entsprechen kleinen Schaltern, die erst auf bestimmte Signale einen Kontakt herstellen oder unterbrechen. Dieser Mechanismus bildet die Grundlage für unsere Fähigkeit, zu denken. Denn wären unsere Nervenzellen dauerhaft miteinander verfasern, so hätten wir nicht die Fähigkeit, gezielt zu denken und zu handeln. Wir würden gleichzeitig sämtliche Erinnerungen unseres Lebens gegenwärtig haben, was einem Zusammenbruch jeglicher zielgerichteten Handlungsfähigkeit zur Folge hätte.

An dieser Stelle ist es wichtig zu wissen, dass wir durch wenige feste Gedankenverbindungen immer nur ganz bestimmte Erinnerungen abrufen. Unser Gehirn speichert die Reize, mit denen es täglich konfrontiert wird, demnach in bestimmten Mustern ab. Wir wissen aus unserer Erfahrung, dass eine bestimmte Handlung in der Regel eine Konsequenz auslöst, ohne großartig darüber nachdenken zu müssen. Unsere Erfahrungen sind also nichts anderes als Muster bzw. feste Synapsenverbindungen, die aufgrund bestimmter Signale in unsere Erinnerung gerufen werden.

Ein Teil dieser Neuronenverknüpfungen haben ihren Ursprung in vorgeburtlichen und frühkindlichen Erfahrungen, der andere Teil wird in den kommenden Monaten vollendet. Lange Zeit ging man davon aus, dass die Grundstrukturen unserer Wahrnehmungsmuster im Laufe des Lebens nicht mehr veränderbar seien. Doch in den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts stellten Neurowissenschaftler fest, dass das ausgewachsene Gehirn sehr wohl in der Lage ist, neue Querverbindungen zu schaffen – es ist also möglich, eingeübte Verhaltens- und Wahrnehmungsmuster zu verändern und dauerhaft Neue zu schaffen.

Was bedeutet das für das Prinzip der „selektiven Wahrnehmung“ in Kombination mit der Erreichung unserer Ziele?

Die täglichen Reize werden in festen Schaltkreisen gemäß unserer Wahrnehmung „sortiert“. Diese Muster werden durch unsere Erfahrungen, Wünsche und Ziele individuell geprägt: Jeder Mensch nimmt seine Umgebung demnach anders wahr. Wenn Sie sich beispielsweise einen neuen Golf kaufen möchten, nehmen Sie naturgemäß überall auf der Straße nur noch Golfs wahr. Dieses Prinzip nennt sich „selektive Wahrnehmung“ und kann bewusst eingesetzt werden, um beispielsweise seine Ziele zu fokussieren und zu erreichen. Formulieren Sie beispielsweise Ihre Wünsche und Ziele klar und prägnant, so können Sie Ihr Bewusstsein gezielt danach ausrichten. Sie werden sämtliche Komponenten wahrnehmen, die Sie der Erreichung Ihres Ziels näher bringen. Anhand unseres Beispiels mit dem Autokauf würden Ihnen automatisch Artikel, Autohändler, Anzeigen oder Nachrichten über Ihre gewünschte Automarke auffallen.

Wie können Sie diesen Mechanismus nun auf Ihre Zielformulierung übertragen?


Ganz einfach: Setzen wir uns in unserem Leben Ziele, so richten wir automatisch unsere Wahrnehmung danach aus und filtern die Reize aus der Umgebung gemäß unseren eigenen Zielen und Bedürfnissen. Wünschen wir uns beispielsweise eine neue Arbeitsstelle, so wird uns scheinbar zufällig die Zeitungsseite mit den Stellenanzeigen in die Hände fallen. Zusätzlich bilden sich allein durch unsere Gedanken in unserem Gehirn neue Verknüpfungen, an welchen sich die Verhaltensweisen und Denkprozesse ausrichten. Unser Verhalten orientiert sich demnach automatisch an den gesetzten Zielen – in der Praxis lesen wir unbewusst öfter die Zeitung, um nach Stellenanzeigen zu suchen, oder wir treten aktiver mit Menschen in Kontakt, die uns hinsichtlich unserer Zielerreichung näher bringen. Das alles geschieht unbewusst –setzen wir jedoch diesen Mechanismus richtig ein, so sind wir in der Lage, unser Leben aktiv selbst zu steuern.

Doch auch bei der Zielformulierung gibt es einige Dinge, die Sie beachten sollten.

Grundsätzlich gilt, dass Ziele…

….für Sie persönlich anspruchsvoll, aber erreichbar sein sollten
…spezifisch und messbar, sowie mit einer Frist versehen sein
….und schriftlich festgehalten werden und ggf. zu korrigieren sein sollten.

Beachten Sie bitte: Unser Unterbewusstsein versteht keine Verneinungen! Formulieren Sie Ihr Ziel also positiv (Beispiel: Möchten Sie nicht an Höhenangst denken – an was denken Sie? Genau, an Höhenangst. Formulieren Sie statt dessen „Ich bin ruhig und gelassen, wenn ich diese steile Treppe besteige.“)

Zusammenfassend:
1. Keine Verneinungen
2. In der Gegenwart formulieren
3. So aufschreiben, als hätten Sie Ihr Ziel bereits erreicht
4. Positiv ausdrücken
5. Sie sollten Ihr Ziel aus eigener Kraft erreichen können

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Ziele müssen SMART sein

Ziele müssen Smart sein?

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Vertrauen Sie Ihren eigenen Fähigkeiten?

Jeder Mensch hat eine sogenannte „Komfortzone". Dies ist unser gesicherter Bereich, hier kennen wir uns aus und fühlen uns wohl. Werden wir hier mit Aufgaben konfrontiert, so nehmen wir diese als lösbar wahr. Begegnen uns allerdings Aufgabenstellungen außerhalb unserer Komfortzone, also unseres persönlichen Kompetenzbereichs, betrachten wir dies als Herausforderung. Wie wir mit diesen umgehen, hängt essentiell von unserem Vertrauen in uns selbst sowie unseren Gewohnheiten ab – denn auch der Umgang mit Herausforderungen kann mit relativ einfachen Mitteln erlernt werden.

Kurze Übung:

Machen Sie an dieser Stelle einmal eine Art Bestandsaufnahme: Wie würden Sie aktuell Ihre spontane Reaktion auf anstehende Herausforderungen beschreiben? Kommen Ihnen Gedanken wie „Das schaffe ich nie!" oder „Das kann ich nicht!" bekannt vor? Begegnen Sie im ersten Moment unlösbaren Aufgaben entspannt und mit einem Grundvertrauen oder bringen Sie derartige Momente aus der Fassung?

Herausforderungen, die mit denen ich in der letzten Zeit konfrontiert wurde: _________________________

Gefühle, die ich damit verbinde: _______________________________________________________________________________

Meine ersten Gedanken, wenn ich Herausforderungen gegenüberstehe: _______________________________

Durch diese kurze Selbstreflexion können Sie sehen, wie stark Ihr Vertrauen in sich selbst ausgeprägt ist und ob hier noch Handlungsbedarf besteht. Falls Sie sich an dieser Stelle noch weiterentwickeln möchten, ist es zunächst einmal beruhigend zu wissen, dass selbst Erfolgsmenschen mit einem sehr tiefen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten manchmal an die Grenzen ihrer eigenen Kompetenz kommen. Der grundlegende Unterschied ist lediglich ihr Umgang mit derartigen Situationen:

Erfolgsmenschen sind klare „Ich-kann"-Menschen. Sie wissen im ersten Moment oft ebenfalls nicht wie sie ein Problem lösen werden - doch sie wissen, dass sie es können: „Ich weiß noch nicht wie, doch ich werde es schaffen!" ist die grundlegende Überzeugung dieser Personengruppe.

Erfolgsmenschen sind auch oft nicht klüger und kompetenter als andere Menschen, sondern werden lediglich von einem tiefen Vertrauen in sich selbst geleitet. Sie wissen, was sie können und setzen diese Fähigkeiten gezielt zur Problemlösung ein, statt sich auf ihre Schwächen zu konzentrieren.

Der Aufbau eines gesunden Selbstvertrauens ist also eng mit unserer Potenzialerkennung verknüpft. Doch wie können wir unsere Talente erkennen und somit Vertrauen ins uns selbst und unsere Fähigkeiten aufbauen?

Kurze Übung:

Was können Sie Ihrer Meinung nach besonders gut? Wichtig: Beachten Sie jedes Talent und jede Stärke, auch wenn es Ihnen noch so nichtig erscheint. Mit gezieltem Kompetenzerwerb können Sie jedes Ihrer Talente zu einer Stärke ausbauen!

Diese Tätigkeiten bereiten mir große Freude: _______________________________________________________________

Bei folgenden Aufgaben/Beschäftigungen vergesse ich die Zeit: _________________________________________

Diese Tätigkeiten brachten mir die größten Erfolge: ______________________________________________________

Betrachten Sie Ihre Auflistungen nun genau – hinter Ihrem Hobby zum Kreuzworträtseln kann sich ein Talent zum strategischen Denken verbergen, hinter der Begeisterung zum Basteln ein hohes Maß an Gestaltungsmotivation. Kennen Sie nun Ihre Talente genau, so wissen Sie, wie Sie diese bewusst einsetzen können, um anstehende Herausforderungen selbstbewusst anzugehen.

Meine möglichen Talente hinter diesen Tätigkeiten: ___________________________________

 


 
 

 

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Warum die Zeit mit den Jahren schneller vergeht!

Jeder kennt das Gefühl: Die ersten Jahre unseres Lebens bis etwas zu unserem 18. Geburtstag kommen uns vor wie eine Ewigkeit, während die Zeit im Erwachsenenalter förmlich an uns „vorbei rast“. Woran liegt das und gibt es eine Möglichkeit, die Zeit wieder bewusster zu erleben?

Der Grund für dieses Phänomen liegt in unserer Wahrnehmung bzw. im Schubladen- und Musterdenken unseres Gehirns. Im Kindesalter nehmen wir unsere Umgebung viel intensiver und facettenreicher wahr, da alle Sinneseindrücke für uns neu sind und wir unsere Umgebung erst „erlernen“ müssen.

 

Fällt ein Kind beispielsweise das erste Mal in seinem Leben von einer Treppe, so wird es erschrecken und schließlich staunen – es wusste vorher nicht, dass ein falscher Schritt derartige Konsequenzen haben würde.

 

Besteigt das Kind das nächste Mal eine Treppe, so wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr vorsichtig sein; es geht die Stufen bewusst und konzentriert hoch. Irgendwann geschieht dieser Vorgang automatisiert und unbewusst – der Lernvorgang „Treppensteigen“ ist somit erfolgreich abgeschlossen.

 

Das Gehirn hat diesen Vorgang in Form eines festen Musters abgespeichert und nur durch diesen Mechanismus ist es uns überhaupt möglich, verschiedene Tätigkeiten „ohne nachzudenken“ auszuführen. Würden wir auf jeden Vorgang weiterhin unsere volle Konzentration richten müssen, wären wir täglich mit viel zu vielen Eindrücken konfrontiert und könnten nur einen Bruchteil unserer Tätigkeiten ausführen. Dieses sogenannte Musterdenken ist demzufolge ein komplexer und auch lebensnotwendiger Mechanismus unseres Gehirns und zunächst einmal ausschließlich positiv zu sehen.

 

Nun speichert unser Gehirn jedoch nicht nur Handlungsfolgen in Mustern ab, sondern jede Art von Sinnesreizen. Dies bildet die Voraussetzung für unsere Fähigkeit, gezielt zu denken und zu handeln – denn würden wir täglich und ohne zu filtern sämtliche Reize in uns aufnehmen, würde unser Bewusstsein durch die daraus folgende Reizüberflutung einem ständigen „Rauschen“ gleichen. Die täglichen Eindrücke werden demzufolge zwar durchaus wahrgenommen, aber je nach Häufigkeit bestimmten bekannten Mustern zugeordnet und nur im Unterbewusstsein aufgenommen.

 

Hier liegt die Erklärung nun fast auf der Hand, warum das Leben mit den Jahren scheinbar immer schneller „an uns vorbei zieht“: Im Kindesalter mussten alle Handlungsfolgen neu erlernt werden und demzufolge nimmt ein Kind viel mehr Reize bewusst wahr. Im Erwachsenenalter haben wir gelernt zu filtern und nehmen demzufolge weniger Eindrücke in uns auf – auf der anderen Seite erweitert sich jedoch unser Erfahrungsschatz. Da uns mit den Jahren nun viele Situationen bekannt erscheinen und wir sie automatisiert erleben, werden sie uns auch nicht mehr bewusst – die Zeit scheint schneller zu vergehen. Das ist auch der Grund, warum wir z.B. eine Woche Urlaub in einem fremden Land als viel länger erleben wie dieselbe Zeitspanne zu Hause.

 


Warum haben wir also das Gefühl, dass die Jahre an uns vorbeiziehen?

 


Wir haben verlernt, zu staunen. Auch die kleinen Dinge bewusst wahrzunehmen. Erleben wir jeden Tag die gleichen Abläufe, ruft unser Gehirn die bereits erlernten Muster ab und wir schalten auf „Autopilot“. Doch wir können lernen, unser Gehirn „auszutricksen“, indem wir unseren Alltag ganz bewusst mit neuen Erfahrungen anreichern.

 


Um sich selbst und Ihr Leben im ersten Schritt wieder bewusster zu werden, hilft eine kleine Übung: Versetzen Sie sich gedanklich auf einen Berg und beobachten Sie sich einmal mit etwas Abstand von oben: Was tun Sie? Wo leben Sie? In welchem Umfeld bewegen Sie sich?


Mit etwas innerem Abstand können Sie auch leicht erkennen, welche neuen Aktivitäten Sie in Ihr Leben einbringen können. Das muss nichts Großes sein – vielleicht beim Spazierengehen einen neuen Weg wählen und ihn bewusst wahrnehmen oder ab und zu im Theater ein neues Stück wählen. Tun Sie einfach Dinge, die Sie sonst nicht tun – das ist der erste Schritt zu einer bewussteren Lebensgestaltung.